Wann und wie lange meditieren?

18. März 2013

Die Dauer einer Meditationssitzung hängt von individuell unterschiedlichen Gegebenheiten ab. Deshalb gibt es keine einzige allgemein gültige Empfehlung. Kurz gesagt: Längere Meditationsrunden sind besser als kürzere, regelmäßige Übung hat größere Wirkung als sporadisch stattfindende Hau-Ruck Aktionen. Ob kurz oder lang, alles hängt von Ihrem persönlichen Zeitrahmen ab und davon, wie viel Raum Sie dieser Übung in Ihrem Leben geben können und wollen.

Wenn Sie täglich 20 bis 30 Minuten aus den 24 Stunden jeden Tages für die Meditation  reservieren könnten, dann blieben Ihnen noch 1.410 Minuten jeden Tag, an dem Sie tun und lassen können, was sie sowieso tun und lassen. Und diese Zeit des Nichts Tuns ist nicht verschwendet, nur weil sie sie nicht mit gewohnter Aktivität füllen. Es ist eine Zeit, in der Sie Ihrem Körper, Ihrem Geist und Ihrem Herzen erlauben, zur Ruhe zu kommen. Und das braucht ein wenig Zeit.

Wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen, und sich sofort still hinsetzen, dann rattert noch die innere Straßenbahn oder das Echo eines Gesprächs mit Kollegen durch den Kopf. Das muss sich erst mal setzen. Fünf oder zehn Minuten reichen für einen geübten Meditierenden, um erst mal anzukommen, auf dem Kissen, bei sich selbst. Dann sind wir wieder in der Übung drin, d.h. es fällt uns leichter, achtsam bei unserem Atem zu bleiben und unsere Gedankenaktivität gelassen zur Kenntnis zu nehmen ohne sich im diskursiven Gestrüpp zu verlieren – so wie wir es meist den ganzen Tag über getan haben und geschehen ließen. Dann ruhen wir eine Weile lang still in uns selbst … und schon bald sind die 20 oder 30 Minuten vorbei.

Wir wissen, dass es Minuten gibt, die dauern eine kleine Ewigkeit und es gibt Stunden, die verfliegen in einem Wimpernschlag. Wichtig ist, dass man sich vor jeder Sitzung eine bestimmte Zeit zum Meditieren fest vornimmt, z.B. 20 Minuten.

Eine Uhr, die Brenndauer eines Räucherstäbchens oder eine Smartphone App hilft, diese Zeiten auch einzuhalten. Sinn einer vorher festgelegten Zeit ist, dass man innerlich nicht ständig mit sich selbst diskutiert: „Soll ich schon aufhören… heute klappt das nicht“ Oder: „Jetzt ist aber genug … oder lieber doch noch … muss von gestern noch 10 Minuten nachholen … oder schaff ich vielleicht sogar 50 Minuten?“

Meditieren Sie wenn möglich zu festen Zeiten. Morgens oder abends, beides, – was Ihnen besser tut. Mit der gleichen fraglosen Selbstverständlichkeit, mit der man duscht, Zähne putzt oder mit dem Hund Gassi geht. Da diskutiert man ja auch nicht, schon gar nicht mit sich selbst. Und wer soll denn diesen Disput überhaupt gewinnen?

Tun Sie´s einfach. Regelmäßig. Und wenn Sie nur drei Minuten Zeit haben … dann meditieren Sie nur drei Minuten. Regelmäßig. Kontinuierlich. Jeden Tag. 

Denken Sie nicht zu viel darüber nach. Meditation ist nicht, was man denkt!

— MEDITATION IST NICHT WAS MAN DENKT. Kolumne von Karl Ludwig Leiter