Der beste Platz zum Meditieren

11. April 2013

Wo kann ich am besten meditieren? Man kann überall meditieren.

Wenn man der Werbung glauben soll, dann sitzen Meditierende auf einsamen Berggipfeln, an endlos weiten Stränden oder in romantisch warmen Wüsten mit Blick auf verheißungsvolle Wellness-Oasen. Wenn wir uns vorstellen, wie wir im Himalaya mit exotisch faszinierenden Mönchen in uralten Klöstern die Weisheit aus Buttertee Schalen schlürfen, dann geht das oft ganz und gar nicht zusammen mit unserer 2-Zimmer, Küche, Bad-Wirklichkeit in einem Vorort von Oberhausen.

Wenn wir dort wohnen, dann ist das der ideale Ort zu meditieren. Und wenn wir woanders sind, dann ist das der ideale Ort. Dort, wo wir tatsächlich sind, dort wo unser Körper ist und dort, wo unser Herz und Geist ist … das ist der perfekte Ort zum Meditieren.

Meditation ist, ganz dort zu sein, wo wir sind. Mit aufrechtem Körper und mit wachem Geist. Das kann im Wartezimmer des Zahnarztes sein oder in der Straßenbahn. Auf einer Parkbank oder in der Kühle einer Kathedrale. Zuhause auf einem Stuhl oder im Lotussitz auf einem Kissen … Meditieren kann man überall.

Wenn Sie regelmäßig – jeden Tag – meditieren können, dann kommt ein Platz zu Ihnen. In jeder Wohnung gibt es einen Platz, der besonders gut geeignet ist. Ruhig sollte er sein, sauber und aufgeräumt, hell und freundlich, wenn möglich mit viel offenem Raum vor uns und mit gutem Schutz in unserem Rücken. Also nicht in zugigen Hausfluren, in lauten Kinderzimmern oder auf Verkehrsinseln im Feierabendverkehr.

Dort kann man zwar auch meditieren … aber das ist eher was für Fortgeschrittene.

— MEDITATION IST NICHT WAS MAN DENKT. Kolumne von Karl Ludwig Leiter