Wie kann ich mich zum Meditieren motivieren?

24. Juni 2013

Viele Menschen, die zum ersten Mal ein Meditations-Seminar besucht haben oder zum ersten Mal mit dem Thema Meditation in Berührung kommen, sind oft begeistert und voller Inspiration. Sie nehmen sich fest vor, ab jetzt täglich zu meditieren … oder wenigstens drei Mal die Woche. Das schaffen die meisten auch … Vier Tage lang. Andere schaffen das über mehrere Wochen. Dann hat die Gewohnheit des Alltags langsam und unmerklich wieder das Regiment übernommen und die guten Vorsätze sind aufgeweicht, überlagert, zerbröselt oder einfach nur verblasst.

Das kennen wir gut. Vom Vorsatz, abnehmen zu wollen, von der Absicht, nicht mehr zu rauchen, vom uralten Wunsch, ein guter Junge oder ein gutes Mädel zu sein bis hin zum  ganz allgemeinen Wunsch, endlich ein besserer Mensch zu werden.

Besser als was? Besser als der etwas fülliger gewordene Mensch, der uns seit ein paar Jahren auf der anderen Seite des Spiegels etwas ratlos und unglücklich entgegen blickt … oder besser als der undisziplinierte Faulpelz, der wir schon als Jugendliche waren. Besser als der Durchschnitt oder besser als meine Konkurrenten.  Aber vor allem: … besser als WAS ?

Da gibt es eine imaginäre Messlatte im Kontroll-Zentrum unseres Lebens, an der wollen und müssen wir uns ständig messen. Zu groß, zu klein, zu dick, zu doof.

Wenn man Gewichtheben trainiert, fängt man mit Leichtgewichten an und steigert sich Hantel für Hantel im Gewicht des zu stemmenden. Das kann man messen. Wenn man eine neue Sprache lernen möchte, kämpft man sich Vokabel für Vokabel durch den Dschungel der Grammatik bis in die weiten Ebenen der freien Anwendung durch. In beiden Fällen ist der Erfolg unserer Bemühungen recht bald erkennbar, messbar und unmittelbar anwendbar.

Bei der Meditation geht das irgendwie nicht wirklich. Natürlich spüren wir die Wirksamkeit der Übung auf die eine oder andere Weise und wir haben auch jede Menge überzeugender Erfahrungen, sonst wären wir ja gar nicht inspiriert, weiter zu machen. Aber diese Highlights der Erfahrung wechseln sich ab mit den Niederungen der Enttäuschung. Meditation ist beides. Inspirierend und enttäuschend. Manchmal hintereinander in Folge und manchmal wechseln sich Enttäuschung und Begeisterung ein Mal vorhersehbar, und ein anderes Mal überraschend ab.


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