„Veränderung ist eine nahe Verwandte der Vergänglichkeit.“

28. März 2014

Mut zur Veränderung. Jeder Wandel ist eine Einladung, uns zu ändern und über uns hinaus zu wachsen.

Manche Menschen sind schon vom Wort „Veränderung“ erschreckt. Andere freuen sich darauf, dass sich die Dinge ändern, wandeln und umgestalten.

Wenn Veränderung das Ende des Gewohnten, des Vertrauten und damit des Angenehmen bedeutet, versuchen wir sie zu vermeiden. Wenn die Dinge gut für uns laufen, warum sollte man sie ändern wollen. Wenn es nach unseren Wünschen läuft, dann wollen wir bei angenehmen Dingen keine Veränderung und bei unangenehmen Situationen kann sie oft nicht schnell genug kommen. Beim Zahnschmerz zum Beispiel. Da wollen wir, dass er möglichst schnell vergeht.

Veränderung ist eine nahe Verwandte der Vergänglichkeit.

Das Dumme an Vergänglichkeit ist, dass es ihr egal ist, ob wir sie ungeduldig herbeisehnen oder ob wir sie mit allen Mitteln vermeiden wollen. Sie wirkt so oder so. Unerbittlich. Jahr für Jahr, Tag für Tag, Minute für Minute, Augenblick für Augenblick.

Vergänglichkeit ist ein unabänderliches Merkmal des Lebens. Alles, was geboren ist, muss auch vergehen. Nicht irgendwann – eines fernen Tages – Veränderung geschieht in jedem Augenblick. Sie ist untrennbarer Teil alles Lebendigen. Man kann sie als Feind betrachten oder man kann mit ihr in Einklang leben.

Manchmal freuen wir uns auf Veränderung. Wenn endlich Ferien sind nach langen anstrengenden Schultagen. Wenn nach anstrengender Bahnfahrt die Zeit des Wartens zu Ende ist, Wenn nach langem Winter endlich Frühling kommt. Wenn wir uns im neuen Outfit um einen interessanten Job in einer angesagten Stadt bewerben. Wenn wir neugierig sind, jung, beweglich, frisch und voller Hoffnung, dann ist Veränderung spannend, aufregend und vielversprechend.

Es gibt aber auch Veränderungen, die eine Herausforderung darstellen. Wenn unser Lebensgefährte uns plötzlich verlässt, wenn wir einen sicher geglaubten Arbeitsplatz verlieren, wenn Krankheit unseren gewohnten Rhythmus unterbricht. Alle Pläne hauen nicht mehr hin. Ideen zerfallen zu Staub. Vorhaben funktionieren nicht mehr wie erwartet, erhofft, gewünscht und geplant. Die Vergänglichkeit hat uns einen Strich durch unsere Rechnung gemacht.

Man kann mit dem Verlauf der Veränderung fließen oder gegen sie ankämpfen. Man kann Vergänglichkeit verneinen oder annehmen. Veränderung verweigern oder daran wachsen. Sie als Chance nehmen oder in ihr nur die Bedrohung sehen.

Meditation ist eine Übung, wie wir beherzt und mit Zuversicht die Dinge so anschauen, wie sie wirklich sind. Vergänglichkeit und Veränderung sind Grund-Gegebenheiten menschlichen Lebens, denen wir entweder tapfer ins Auge sehen können oder vor denen wir ein Leben lang immer wieder wegzulaufen versuchen.

Wenn man den Mut hat, sich offen und frei dieser Realität zu stellen, können wir im Inneren feststellen, dass man der Vergänglichkeit niemals entkommen kann. Egal, ob wir gegen sie kämpfen oder nicht. Wir können in Harmonie mit den Tatsachen des Daseins leben oder immer wieder – mit Angst – versuchen, dieser grausam schönen Wahrheit davonzulaufen.

Jenseits der Angst beginnt ein neues Land. Um dieses zu erforschen, braucht es Mut. Wagemut. Mit der Zuversicht, dass alles vergänglich ist, wird unsere Angst mit jedem Schritt kleiner, und bringt uns auf unserem Weg nach vorne, lässt uns Neues entdecken.

Mit Meditation entwickeln wir diesen Mut.

Text von Karl-Ludwig Leiter.

Das SITA Seminar „Meditation & WageMUT“ ist für jeden geeignet. Ganz besonders jedoch für die Menschen, die sich mit den Themen Gewohnheit, Veränderung und Vergänglichkeit intensiver auseinandersetzen wollen.